| Jahr |
Ereignis |
| 1315 |
Erster urkundlicher Beleg der Pfarrschule in Reichenbach. |
| 1319 |
Erster urkundlicher Beleg der Pfarrschule in Plauen. |
| im 14. Jh |
Existenz einer Trivialschule in Adorf. |
| im 15. Jh. |
Schulgründungen in Auerbach und Oelsnitz. |
| 1445 |
Erste urkundliche Erwähnung eines Lehrers in Elsterberg. |
| 1450 |
Erste urkundliche Erwähnung eines Lehrers in
Markneukirchen. |
| 1501 |
Erste urkundliche Erwähnung eines Lehrers in
Falkenstein. |
| 1516 |
Erste urkundliche Erwähnung eines Lehrers in Pausa. |
| 1527 |
Erste urkundliche Erwähnung eines Lehrers in
Mühltroff. |
| 1529 |
Erste Kirchen- und Schulvisitation im Sinne des lutherischen
Glaubens im Vogtland. |
| im 16. Jh. |
Gründung von Mädchenschulen in Plauen und anderen
vogtländischen Städten. |
| 1567 |
Kurfürst August gewährt dem Vogtland sieben Freistellen
an der Fürstenschule in Pforta bei Naumburg. |
| 1580 |
In allen vogtländischen Kirchdörfern gibt es Schulen. |
| 1580 |
Die von Kurfürst August erlassene Kirchenund Schulordnung
gibt auch den vogtländischen Schulen für die folgenden 200 Jahre
verbindliche Richtlinien. |
| 1592 |
Mit ihrer Unterschrift unter die Konkordienformel
verpflichten sich die vogtländischen Lehrer, im Sinne der lutherischen
Orthodoxie zu unterrichten. |
| 1618-1648 |
Im Verlaufe des Dreißigjährigen Krieges, vor allem in seiner
zweiten Phase ab 1631, werden viele vogtländische Schulen zerstört (z.B.
Plauener Lateinschule 1635 abgebrannt). Neben den direkten Kampfhandlungen
fordern die Pest und andere Seuchen hohe Opfer unter Lehrern und Schülern.
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| 1667 |
Die Kirchenund Schulvisitation im Kurfürstentum Sachsen
erfasst auch im Vogtland den Zustand des Schulwesens nach dem
Dreißigjährigen Krieg. |
| 1704 |
Die Plauener Lateinschule erhält neue Gesetze. |
| im 18. Jh. |
In den vogtländischen Städten nehmen Winkelschullehrer ihre
Tätigkeit auf. |
| 1773 |
Die "Erneuerten Schulordnungen" für das Kurfürstentum
Sachsen geben der Arbeit an den städtischen Lateinschulen, an den
Deutschen Schulen in den Städten sowie in den Schulen auf dem Lande eine
verbindliche Orientierung. |
| 1797 |
Erste Nachrichten über die Vorbereitung von Schülern am
Plauener Lyceum auf ihre Tätigkeit als zukünftige Volksschullehrer. Daraus
entwickelt sich 1810 das "Voigtländische Schullehrerseminarium". |
| 1805 |
Einführung der gesetzlichen Schulpflicht in Sachsen. Sie
bleibt zwar nur teilweise erfüllt, erstmals werden jedoch Sanktionen gegen
Eltern festgelegt, die ihre Kinder nicht zur Schule schicken. |
| 1810 |
Gründung des "Voigtländischen Schullehrerseminariums" in
Plauen. Es verbleibt aber bis 1835 in räumlicher und personeller Einheit
mit dem Lyceum. |
| 1815 |
Einweihung des "Voigtländischen Kreisschulhauses" am
Plauener Schulberg. |
| 1817 |
Der Markneukirchner Stadtrat richtet ein Gesuch an die königliche Regierung, den Volksschulunterricht auf die Fächer Geschichte, Erdbeschreibung und Naturkunde auszudehnen, da der Bau und der weltweite Verkauf von Musikinstrumenten Kenntnisse auf diesem Gebiet verlange.
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| 1818-1850 |
In Kloschwitz besteht das Grundmannsche Institut, eine
Erziehungsanstalt, in der u.a. viele Söhne des vogtländischen Adels auf
den Besuch höherer Schulen vorbereitet werden. |
| 1826 |
Noch vor der gesetzlichen Einführung in Sachsen werden
am Plauener Lyceum erste Abiturprüfungen durchgeführt. |
| 1829 |
Am 23. September wird im vogtländischen Irfersgrün Friedrich Dittes als Sohn eines Pechsieders geboren. Er besucht das Plauener Lehrerseminar, wird Volksschullehrer und entwickelt sich nach 1860 zu einem der entschiedensten Kämpfer für schulpolitischen und pädagogischen Fortschritt. Er stirbt 1896 in Wien.
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| nach 1830 |
In mehreren vogtländischen Städten entstehen
"Sonntagsschulen". In ihnen werden schulentlassene Jugendliche im Lesen,
Schreiben und Rechnen unterrichtet, um die Ergebnisse des Schulbesuches in
der Kindheit zu sichern. |
| nach 1830 |
In Elsterberg und Mylau entstehen die ersten
"Industrieschulen" des Vogtlandes. Sie werden von Kindern armer Eltern
besucht, die täglich mehrere Stunden in der Fabrik arbeiten und
anschließend ein paar Stunden Unterricht erhalten. |
| nach 1833 |
Im Vogtland bilden sich die ersten Lehrervereine. |
| 1835 |
Das "Gesetz, das Elementar-Volksschulwesen betreffend"
vom 6. 6. 1835 gibt auch dem vogtländischen Schulwesen erstmals eine
gesetzliche Grundlage. Es regelt die Verantwortlichkeiten des Staates und
der Kommunen für das Schulwesen und zielt auf eine wesentliche
Leistungssteigerung der Bildung des einfachen Volkes. Konsequenzen des
Gesetzes sind die Schaffung von Bürgerschulen in den Städten und die
Gleichstellung der bisher unterschiedlich abgestuften Landschulen. In
Plauen bewirkt das Gesetz die Aufspaltung des bisherigen Lyceums in das
Gymnasium, das Lehrerseminar und die Bürgerschule als jeweils
eigenständige Institutionen. |
| nach 1835 |
In vielen vogtländischen Städten und Dörfern werden
entsprechend dem neuen Schulgesetz neue Schulhäuser errichte. |
| 1836 |
In Plauen wird eine Gewerbschule errichtet (eine von
drei insgesamt in Sachsen). |
| 1836-1843 |
Aus Effektivitätsgründen ist das Weiterbestehen des
Gymnasiums und des Lehrerseminars in Plauen bedroht, entsprechende
Petitionen aller vogtländischen Städte an den Sächsischen Landtag sichern
aber ihr Überleben. |
| 1840 |
In Plauen wird eine Baugewerkenschule gegründet. Aus ihr geht
1908 die "Königliche Bauschule" und 1920 die "Staatsbauschule" hervor. |
| 1841 |
An der Syrastraße wird die (erste) Plauener Bürgerschule eröffnet. Sie wird von Adolph Gustav Caspari (1805-1874) geleitet, der sich vor allem um einen anschaulichen Unterricht in der Naturkunde und um eine bessere Schulbildung der Mädchen bemüht. Von 1853 bis 1857 ist Friedrich Dittes als Lehrer an dieser Schule tätig.
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| 1845 |
Am 19. November erfolgt in Oelsnitz die Weihe des neuen Bürgerschulgebäudes, es schafft spürbar bessere Bildungsmöglichkeiten für die Schüler.
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| 1846 |
Friedrich Fröbel stellt in Adorf, Plauen und anderen vogtländischen Städten seine "Spielgaben" vor und wirbt für seine Idee des Kindergartens. In der Folgezeit gibt es im Vogtland verschiedene Versuche, diese Vorstellungen zu verwirklichen.
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| 1848/49 |
Mehrere vogtländische Lehrer sind aktiv an den revolutionären
Auseinandersetzungen beteiligt. Nach der Niederschlagung des Maiaufstandes
1849 in Dresden werden sie vom Dienst suspendiert und z.T. zu Haftstrafen
verurteilt. |
| 1849 |
In Reichenbach wird die erste Realschule des Vogtlands
eröffnet. |
| 1854 |
Dem Plauener Gymnasium wird eine Realschulabteilung
angeschlossen. Die Schule verläßt das Gebäude am Schulberg und zieht in
das Gebäude der Gewerbschule in der Seminarstraße 15. |
| 1861 |
In Plauen wird am 1. Oktober in der Neundorfer Straße ein neues Bürgerschulgebäude geweiht. Es fungiert zunächst als "Außenstelle" der Bürgerschule in der Syrastraße.
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| 1862 |
In Falkenstein wird die "Freiherrlich von Trützschlersche
Stiftungsschule" gegründet, die befähigten Kindern Falkensteiner Bürger
eine gehobene Allgemeinbildung vermittelt und 1870/71 auch kurzzeitig
Lehrer ausbildet. |
| 1865 |
Die Realabteilung der Plauener Hohen Schule wird neu
organisiert. |
| 1866 |
Nach mehrjährigen Diskussionen wird die Plauener Bürgerschule neu organisiert. Sie wird in eine I., II. und III. Bürgerschule geteilt,
die sich hinsichtlich Klassenstärke, Stundenzahl, Bildungsinhalt und Schulgeld deutlich voneinander unterscheiden. Die I. und III. Bürgerschule verbleiben im Schulhaus an der Syrastraße und unterstehen Direktor Adolph Gustav Caspari. Die II. Bürgerschule bezieht das 1861 geweihte Gebäude in der Neundorfer Straße (heutige Vogtland-Bibliothek), bereits 1864 erhält sie mit Gottlob Edmund Wigand einen eigenen Direktor.
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| 1866 |
Am 15. August wird der "Pädagogische Verein Plauen" gegründet. Sein erster Vorsitzender ist der Direktor der II. Bürgerschule, Gottlob Edmund Wigand.
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| 1869 |
Unter dem Direktorat von Adalbert Grüllich (1840 1905) gibt das Plauener Lehrerseminar als erste sächsische Lehrerbildungsstätte einen Jahresbericht heraus.
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| 1870 |
An der Reichenbacher Realschule wird die Idee entwickelt, die Einrichtung zu einer Ausbildungsstätte für Realschullehrer weiterzuentwickeln. Nach anfänglichem Interesse werden die Pläne jedoch 1874 vom Ministerium für Kultus und öffentlichen Unterricht verworfen.
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| 1873 |
Das "Gesetz, das Volksschulwesen betreffend" vom 26.4.1873
zielt auf eine weitere Erhöhung des Niveaus der Volksschulen. Neben der
Erweiterung der Unterrichtsgegenstände werden Fortbildungsschulen
geschaffen. Ihr Besuch wird für alle Jungen vom 15. bis 17. Lebensjahr
Pflicht, für Mädchen soll er nur dann eingerichtet werden, wenn der Schulvorstand das will. Anstelle der Superintendenten
übernehmen staatliche Schulinspektoren die Aufsicht über die Schulbezirke.
Dagegen bleibt die Aufsicht der Pfarrer über die Lehrer in den Dörfern
weiter bestehen. |
| 1873 |
Am 10. Dezember gründet sich der Bezirksverein Plauen innerhalb des Sächsischen Lehrervereins. Sein erster Vorsitzender ist Franz Louis Hunger, der seit 1872 die Leitung der II. Bürgerschule innehat. Analoge Bezirksvereine werden auch in anderen Gebieten des Vogtlandes gegründet,
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| 1874 |
Wie überall in Sachsen nehmen auch im Vogtland am 15. Oktober die ersten Bezirksschulinspektoren ihre Tätigkeit auf: Heinrich Gustav Seltmann im Schulinspektionsbezirk Plauen
und Johannes Ludwig Perthen im Schulinspektionsbezirk Auerbach. Der Auerbacher Schulinspektionsbezirk erweist sich als zu groß, so dass von ihm 1876 der Schulinspektionsbezirk Oelsnitz abgezweigt wird, mit dessen Leitung Gottlob Franz Baunack betraut wird. |
| 1875 |
Die Plauener III. Bürgerschule, die seit 1870 mit Friedrich Karl Höckner einen eigenen Direktor hat, verlässt das Schulhaus an der Plauener Syrastraße und bezieht den Neubau am Anger.
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| 1876 |
Auf Grund der Neuregelung für das mittlere und höhere
Schulwesen in Sachsen wird die mit dem Gymnasium verbundene Realschule in
Plauen zu einer Realschule I. Ordnung erhoben. Die Reichenbacher
Realschule zählt als Realschule II. Ordnung. |
| 1876 |
Das Königliche Lehrerseminar Auerbach nimmt seine Tätigkeit
auf. |
| 1878 |
Das Auerbacher Lehrerseminar bezieht sein neues Lehrgebäude.
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| 1882 |
Ernst Hermann Wohlrab (1862-1942) nimmt seine Tätigkeit an der Volksschule Brambach, später auch an der Berufsschule des Badeortes auf. Nach der Jahrhundertwende ist seine Unterrichtstätigkeit immer mehr der Idee der Arbeitsschule verpflichtet. Mit seinen zahlreichen Artikeln und Vorträgen über diese reformpädagogische Strömung wird er weit über das Vogtland hinaus bekannt.
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| 1884 |
Die achtklassige Realschule I. Ordnung in Plauen wird zu
einem neunjährigen Realgymnasium umgewandelt, bleibt aber vorerst weiter
mit dem humanistischen Gymnasium vereint. |
| ab 1886 |
Auf Grund sinkender Schülerzahlen wird das Realgymnasium wieder
in eine sechsklassige Realschule zurückgebaut. |
| 1889 |
Die Plauener Realschule wird endgültig vom Gymnasium
getrennt. Das Gymnasium wird als "Königliches Gymnasium" vollständig dem
Staat unterstellt. |
| 1889 |
Die Plauener Höhere Bürgerschule verlässt das Schulhaus an der Syrastraße
und bezieht das neue Gebäude an der Ziegel-, Karl- und Bärenstraße. Sie wird später als I. Höhere Bürgerschule und ab 1920 als Karlschule bezeichnet. Das Gebäude wird 1935 von den Nationalsozialisten in Hans-Schemm-Schule umbenannt und 1945 bei Bombenangriffen zerstört.
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| 1889 |
Die Plauener Realschule wird organisatorisch vom Gymnasium getrennt, verbleibt aber vorerst noch im selben Gebäude. Direktor der Realschule wird Prof. Dr. Christian Gottfried Achmed Scholtze (1840-1906). |
| 1890 |
Die Plauener Realschule bezieht das renovierte Gebäude an der Syrastraße. |
| 1893 |
Eine "Kommission Plauenscher Lehrer" erarbeitet unter dem Titel "Unser Vogtland" heimatkundliche Lesestücke für die Schulen.
Das Buch wirde zum Vorbild für viele ähnliche Publikationen in anderen Gebieten Sachsens. Es wird auch von vielen Erwachsenen gern gelesen.
Ständig verbessert und erweitert erscheint es 1929 letztmalig in 7. Auflage.
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| 1894 |
Die Lehrerin Elise Zaubitz gründet in Plauen eine Privattöchterschule. Die in der Windmühlenstraße gelegene Einrichtung wird von 1903 bis zu ihrer Auflösung 1913 von Robert Scharrmann geleitet.
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| ab 1896 |
Auf Wunsch Plauener Bürger beginnt erneut der
schrittweise Aufbau eines Realgymnasiums im Schulhaus an der
Syrastraße. Es wird jahrgangsweise bis zu einer neunjährigen höheren
Schule aufgestockt, trägt seit 1. Januar 1901 die offizielle Bezeichnung
"Realgymnasium mit Realschule" und entlässt 1901 die ersten Abiturienten.
Im Unterschied zu anderen sächsischen Realgymnasien wird eine
Sprachenfolge der "Plauener Ordnung" betrieben, d.h. die Schüler lernen ab
Sexta Französisch, ab Quarta Latein und ab Obertertia Englisch. |
| 1896 |
In Auerbach wird eine Realschule eröffnet. |
| 1897 |
Am 20. November schließen sich der "Pädagogische Verein Plauen" und der "Bezirksverein
Plauen des Sächsischen Lehrervereins" zum "Lehrerverein zu Plauen" zusammen. |
| 1899 |
In Oelsnitz nimmt eine Realschule den Unterricht auf. |
| 1899 |
Das Plauener Lehrerseminar bezieht das neue Gebäude in der
Blücherstraße (heutiges Gebäude der Polizeidirektion in der
Freiheitsstraße). |
| 1899 |
Eröffnung der ersten katholischen Volksschule in Plauen in der
heutigen Thomas-Mann-Straße. |
| 1900 |
Die Ölsnitzer Lehrerschaft publiziert eine umfangreiche "Chronik der Schulen der Stadt Oelsnitz i.V.".
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| 1900-1912 |
Der rasante Anstieg der Einwohnerzahl der Stadt Plauen (1894: 51 826 Einw., 1912: 128 014 Einw.)
erfordert u.a. ein umfangreiches Bauprogramm für Volksschulen. Innerhalb kurzer Zeit werden die
(heutige) Kemmler- (1902), Dittes- (1905), Herbart- (1906), Mosen- (1908), Diesterweg- (1911) und
Rückertschule (1913) geweiht.
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| um 1900 |
In den Dörfern rings um Plauen steigen die Einwohnerzahlen ebenfalls rasch an, so dass viele Gemeinden neue Schulen bauen müssen. |
| 1900 |
Der durch seinen "Historischen Schulatlas" bekannt gewordene Rochlitzer Pädagoge Friedrich Wilhelm Putzger (1849-1913) wird Königlicher Bezirksschulinspektor in Plauen. Er bekleidet das Amt bis zu seinem Tod.
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| 1901 |
In Plauen werden erstmals Schulärzte gewählt, denen die gesundheitliche Überwachung der Schüler und die hygienische Kontrolle der Schulen obliegt. Andere vogtländische Städte folgen diesem Beispiel.
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| 1901 |
Das Realgymnasium Plauen erhält seine volle staatliche
Anerkennung. |
| 1903 |
In Plauen treffen sich vom 27.- 29. September ca. 1600 Volksschullehrer zur XIII. Hauptversammlung des Sächsischen Lehrervereins. Besonderes Interesse findet die obligatorische Plauener Mädchenfortbildungsschule, die damals einzigartig in Sachsen ist. |
| 1906 |
Der in Plauen tätige Volksschullehrer Paul Pohle veröffentlicht seinen "Heimatatlas für Plauen
im Vogtland", dem analoge Publikationen zum oberen Vogtland sowie zu Reichenbach und Umgebung folgen.
Sie enthalten wertvolles Kartenmaterial und befördern die heimatkundliche Erziehung der
Schuljugend.
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| 1906 |
Die Plauener Hilfsschule, bisher Bestandteil der 3. Bezirksschule (spätere Schillerschule)
nahe der Pauluskirche, wird eine selbstständige Einrichtung. Sie wird von Johannes
Delitsch (1858-1920) geleitet, einem Pionier der Hilfsschulpädagogik in Sachsen.
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| 1907 |
Eröffnung der zweiten katholischen Volksschule in der
Südvorstadt. |
| 1909 |
Einweihung des neuen Gebäudes des Plauener Realgymnasiums
in der Weststraße (heutige Friedensschule). |
| 1911 |
Einweihung der 2. Höheren Bürgerschule in Plauen
(heutige Diesterwegschule). |
| 1911 |
Einweihung des neuen Schulgebäudes des Königlichen Gymnasiums
in Plauen in der Blücher-(heute Freiheits-)/Ecke Pestalozzistraße (im 2.
Weltkrieg zerstört). |
| 1911 |
Die Realschulen in Auerbach und Oelsnitz nehmen auch zukünftige Gymnasiasten
auf und nennen sich offiziell "Realschule mit Progymnasium". Die Realschule Reichenbach beginnt
ihre Erweiterung zum Realgymnasium und nennt sich "Realgymnasium Reichenbach (in Errichtung)
mit Realschule". 1914 ist dieser Prozess abgeschlossen. |
| 1912 |
Die Höhere Mädchenschule Plauen nimmt im Gebäude der 2.
Höheren Bürgerschule ihre Tätigkeit auf. |
| 1912/13 |
An einigen Plauener Schulen wird die von Mitgliedern des Leipziger Lehrervereins
erarbeitete Fibel "Guck in die Welt" eingeführt. Sie beschreitet neue Wege beim
Lesenlernen und findet bei den Plauener Lehrern große Anerkennung. |
| vor 1914 |
Jüdische Bürger Plauens und des gesamten Vogtlandes gründen
den "Schulverein Talmud Thora Plauen". Er besteht bis in die Zeit der
Nazidiktatur. |
| 1914 |
Die Plauener Realschule wird jahrgangsweise zur
Oberrealschule aufgestockt, 1917 finden im Schulhaus in der Syrastrasse
die ersten Abiturprüfungen für Oberrealschüler statt. |
| 1914-18 |
Der Erste Weltkrieg fordert an nahezu allen vogtländischen
Schulen Opfer. Allein das Plauener Gymnasium beklagt den Tod von 134
ehemaligen bzw. gegenwärtigen Schülern und Lehrern. |
| 1918 |
Im Zuge der Novemberrevolution wird die kirchliche
Aufsicht über das Schulwesen endgültig abgeschafft. Außerdem wird die
bisherige Dreigliederung der Volksschule beseitigt. |
| 1919 |
Das Sächsische Übergangsschulgesetz vom 22. 7. 1919
schafft den Religionsunterricht an den Schulen ab. Auf Grund von
Bestimmungen der Reichsverfassung vom 11.8.1919 muß er später wieder
eingeführt werden. |
| 1920 |
Die Plauener Schulen erhalten Namen (z.B.
Kemmlerschule, Dittesschule usw.). |
| 1921 |
Der Leipziger Lehrer Otto Erler wird Bezirksschulrat in Oelsnitz. Als Mitglied und zeitweiliger Vorsitzender des Leipziger Lehrervereins ist er führend an der Entwicklung der reformpädagogischen Konzeption der Arbeitsschule beteiligt. In diesem Sinne arbeitet er im Vogtland bis zu seiner Amtsenthebung im März 1933 weiter, wovon auch mehrere seiner Bücher künden,
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| 1922 |
Infolge einer Gesetzesveränderung vom 29. November 1921 wird wie überall
in Sachsen auch die Plauener Höhere Mädchenschule mit Beginn des Schuljahres 1922/23
von einer sieben in eine sechsstufige Anstalt umgewandelt. Da die ursprünglich geplante Studienanstalt für Mädchen noch nicht existiert, dürfen befähigte Mädchen seit 1916 zum Erwerb des Abiturs die höheren Schulen für Knaben besuchen,
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| um 1923 |
In Plauen werden weit über den Durchschnitt in Sachsen
hinaus unter der Bezeichnung "Selekta" Begabtenklassen geschaffen. Der
Sächsische Lehrerverein steht dieser Tendenz ablehnend gegenüber, er
will vielmehr eine leistungsfähige Einheitsschule gestalten. |
| 1923 |
Durch das "Gesetz über die Umgestaltung der Lehrerseminare
und Lehrerinnenseminare" vom 8.4.1923 beginnt der jahrgangsweise Abbau der
Lehrerseminare in Plauen und Auerbach und ihre Umgestaltung in Deutsche
Oberschulen. Die Lehrerbildung erfolgt zukünftig an der Universität
Leipzig und an der Technischen Hochschule Dresden. 1928 schließen die
Seminare Plauen und Auerbach endgültig ihre Pforten. |
| 1923 |
Durch die Inflation verlieren die meisten milden Stiftungen
für Schulen und für bedürftige Schüler ihren Wert. Sie waren z.T. über
Jahrhunderte hinweg eine wichtige finanzielle Stütze des Bildungswesens in
vielen Orten des Vogtlandes. |
| 1928 |
Die Oberrealschule bezieht das neue Schulgebäude an der
Jößnitzer Str./ Ecke Chamissostrasse. |
| 1929/32 |
Die Weltwirtschaftskrise führt auch viele vogtländische
Schulen in schwierige materielle Verhältnisse. Viele Kinder des einfachen
Volkes leiden Hunger. |
| ab 1933 |
Mit dem Machtantritt des Nationalsozialismus wird die
faschistische Ideologie in allen Bereichen des Schulwesens durchgesetzt.
Der Unterricht wird völlig den politischen Zielen der NSDAP unterworfen,
die demokratischen Lehrer- und Schülerorganisationen werden zerschlagen,
links stehende Lehrer werden entlassen. Jüdische Schüler werden Schritt für
Schritt vom Unterricht ausgeschlossen. Körperliche Erziehung und
Wehrertüchtigung, praktiziert in Schulen und nazistischen Kinder- und
Jugendorganisationen, erhalten den Vorrang gegenüber der geistigen
Bildung. |
| 1934 |
Die Plauener Höhere Mädchenschule und die Deutsche Oberschule werden zu einer Schule vereinigt,
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| 1936-38 |
Umbau der Schulstruktur im Sinne des faschistischen
Staates, |
| 1937 |
die Nationalsozialisten benennen das Staatsgymnasium Plauen in "Deutschritterschule" um, die zur Oberschule für Jungen umgewandelte Oberrealschule wird nach dem sächsischen NSDAP-Gauleiter Martin Mutschmann benannt.
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| nach 1940 |
Vierjährige Lehrerbildungsanstalten u.a. in Auerbach und
Plauen. |
| 1941 |
Der ehemalige Direktor der Plauener Höheren Mädchenschule, Prof. Dr. Ewald Weller, veröffentlicht sein Buch "Siebenhundert Jahre Schulgeschichte der Kreisstadt Plauen".
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| 1941 |
Wie in ganz Deutschland ändert sich auch für die vogtländischen Schulen der Schuljahresablauf. Anstatt des jahrhundertelangen Brauches, das Schuljahr kurz nach Ostern zu beginnen und nächstes Ostern abzuschließen, beginnt jetzt das Schuljahr Anfang September und endet mit den großen Sommerferien. Als Übergangsregelung zum neuen Rhythmus endet das Schuljahr 1940/41 anstatt Ostern erst Ende August 1941, |
| ab 1943 |
Nach der militärischen Wende im Zweiten Weltkrieg
beeinträchtigen Bombenalarme und Zerstörungen infolge von Bombenabwürfen
zunehmend den Unterrichtsbetrieb. |
| 1944/45 |
Die Kriegszerstörungen bewirken in vielen Orten des Vogtlandes
die völlige Einstellung des Schulunterrichts. |
| 1945 |
Aufräumungsarbeiten an vielen Schulen verbunden mit
konzeptionellen Überlegungen für eine inhaltlich erneuerte Schule. Auf
Grund des Befehls Nr. 40 der Sowjetischen Militäradministration für
Deutschland erfolgt am 1. 10. 1945 die Wiederaufnahme des Unterrichts.
Gleichzeitig beginnt die Entlassung von faschistisch belasteten
Lehrkräften. Sie werden durch "Neulehrer" ersetzt, die aus anderen Berufen
kommen und in kurzzeitigen Kursen für die Tätigkeit an der Schule
vorbereitet werden. Viele der Neulehrer absolvieren später neben ihrer
täglichen Unterrichtstätigkeit Fernstudien und holen so ihre Qualifikation
nach. |
| 1946 |
Das "Gesetz zur Demokratisierung der deutschen Schule"
(für Sachsen am 31.5.1946 beschlossen) führt für alle Schüler die
einheitliche achtjährige Grundschule ein, auf die eine dreijährige
Berufsausbildung oder eine vierjährige, zum Abitur führende Oberschule aufbaut. |
| 1950/51 |
In den Schulen wird die sozialistische Ideologie immer mehr
zur Grundlage der Bildung und Erziehung der Schüler. FDJ und
Pionierorganisation erhalten als Partner der Schule einen sozialistischen
Erziehungsauftrag. |
| nach 1953 |
Die Oberschulen des Vogtlandes führen jedes Jahr in
wechselndem Turnus dreitägige sportliche Leistungsvergleiche durch. |
| ab 1958 |
In Auerbach enteht ein "Institut für Lehrerbildung",
das Absolventen der zehnklassigen Oberschule zu Lehrern für die
Klassen 1-4 ausbildet (bis 1990). |
| ab 1958 |
Beginn der polytechnischen Bildung an allen Schulen. Schüler
ab Klasse 7 arbeiten wöchentlich 2-4 Stunden in
Produktionsbetrieben und werden auch theoretisch mit
Produktionsabläufen bekanntgemacht. |
| 1959 |
Die zehnjährige polytechnische Oberschule wird
Pflichtschule für alle Schüler, zum Abitur führen die Erweiterte
Oberschule (Klassen 9 -12) oder die an die zehnte Klasse
anschließende dreijährige Berufsausbildung mit Abitur. |
| 1965 |
Das "Gesetz über das einheitliche sozialistische
Bildungssystem" sieht nur eine zweijährige Abiturstufe im Anschluß
an die 10klassige polytechnische Oberschule vor. Diese Maßnahme wird
in den Erweiterten Oberschulen des Vogtlandes ab 1983 realisiert.
Die Ergebnisse bleiben aber hinter den Erwartungen zurück. |
| 1989 |
Die politischen Protestbewegungen der Bürgerrechtler
richten sich auch im Vogtland gegen die ideologische Erziehung der
Kinder und Jugendlichen im Sinne der SED. |
| 1990 |
Die politische Wende in der DDR, der Beitritt der DDR
zum Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland und die Gründung des
Freistaates Sachsen bewirken eine völlige strukturelle und
inhaltliche Umgestaltung des Bildungswesens. Auch im Vogtland werden
die vierjährige Grundschule, die darauf aufbauende Mittelschule (mit
Hauptschul- und Realschulzweig) sowie das achtjährige Gymnasium
(Klasssen 5-12) wieder hergestellt. Gleichzeitig vollziehen sich
wesentliche Änderungen im Unterrichtsstoff und in der
Lehrerschaft. |